Wie wählt man den richtigen Fördertechnik-Partner? Ein Elektro-Großhändler über 17 Jahre Erfahrung
Einen Fördertechnik-Partner auszuwählen ist eine Entscheidung, die ein Unternehmen über Jahre bindet — im Guten wie im Schlechten.
Die Gebrüder LIMMERT AG, ein österreichischer Elektro-Großhändler mit Lagerlogistik über vier Stockwerke, steht seit 2008
vor genau dieser Realität. Die Partnerschaft mit KLATT hat mehrere Erweiterungen, Technologiewechsel und wirtschaftliche Umbrüche
überstanden — aber auch Situationen hervorgebracht, in denen nachgebessert werden musste.
„Das ist weniger Kunde-Lieferant, sondern Partnerschaft", sagt Alexander Stabauer, Prokurist bei Gebrüder LIMMERT und
verantwortlich für Einkauf, Logistik und Marketing. „Das ist uns was wert."
Was hinter dieser Entscheidung steckt — welche Probleme den Anstoß gaben, warum der günstigste Anbieter nicht den Zuschlag bekam und was in 17 Jahren Zusammenarbeit gut lief und was nachgebessert wurde — liefert für alle, die gerade selbst
einen Fördertechnik-Partner evaluieren, konkrete Entscheidungskriterien aus erster Hand.
Welche Ausgangssituation machte Fördertechnik
bei LIMMERT zum kritischen Thema?
Gebrüder LIMMERT stand 2008 vor einem operativen Engpass, der das Tagesgeschäft direkt bedrohte.
Das Lager erstreckt sich über vier Stockwerke. Der zentrale Lastenlift war das Nadelöhr, über das sämtliche Warenströme liefen.
In Spitzenzeiten — zwischen 7 und 11 Uhr morgens — konzentrierten sich 60 bis 70 Prozent des gesamten Tagesvolumens
auf dieses Zeitfenster.
Ein längerer Stillstand des Lastenliftes hätte den Materialfluss erheblich beeinträchtigt.
„Stillstand wäre nicht tragbar gewesen", beschreibt Stabauer die Situation.
Die damals noch manuellen Prozesse und die Abhängigkeit vom vorhandenen Personal verschärften das Problem zusätzlich —
gerade in Stoßzeiten fehlte die Kapazität, um Engpässe manuell abzufangen.
Der Auslöser für das Fördertechnik-Projekt war also kein Optimierungswunsch, sondern ein konkretes Risiko:
Wenn das Nadelöhr versagt, steht alles. LIMMERT brauchte eine Lösung, die den Durchsatz sichert — und zwar innerhalb
einer bestehenden, gewachsenen Gebäudestruktur, die nicht für moderne Fördertechnik geplant war.
Mit diesem Ausgangspunkt begann die Suche nach dem richtigen Partner — und die Frage, welche Kriterien
bei einer solchen Entscheidung wirklich zählen.
Wie fiel die Entscheidung für den Fördertechnik-Partner — und was gab den Ausschlag?
LIMMERT hat mehrere Anbieter evaluiert — und sich bewusst nicht für den günstigsten entschieden.
Günstigere Angebote wären vorhanden gewesen, trotzdem fiel die Entscheidung zugunsten von KLATT,
weil das Gesamtpaket überzeugte. „Das Gesamtpaket war für uns schlüssig", fasst Stabauer zusammen.
Konzeptionsstärke war das erste entscheidende Kriterium. KLATT hat nicht einfach eine Anlage angeboten,
sondern zuerst die Prozesse verstanden. „Die wollten immer die Prozesse verstehen — was braucht ihr — und nicht einfach sagen:
Das ist die Anlage." Wer bei einem Projekt mit vier Stockwerken, einem zentralen Heber und gewachsener Infrastruktur
mit Standardlösungen kommt, versteht die Anforderung nicht. Konkret heißt das: KLATT hat die bestehende Gebäudestruktur
als Ausgangspunkt genommen, nicht als Hindernis — und die Anlage in die vorhandene Infrastruktur integriert,
statt bauliche Veränderungen vorauszusetzen.
Die Erfahrung aus der Flughafenfördertechnik gab zusätzlich Sicherheit.
„Die Erfahrung aus der Flughafenfördertechnik war für uns ein klares Indiz für Qualität und Zuverlässigkeit."
Wer Gepäckförderanlagen für Flughäfen baut — wo Verfügbarkeit nicht verhandelbar ist — bringt ein Qualitäts- und
Zuverlässigkeitsdenken mit, das sich auf industrielle Projekte überträgt.
Daneben spielten drei weitere Faktoren in die Entscheidung hinein: die Fertigungstiefe mit Eigenproduktion statt reiner Handelsware,
die Service- und Reaktionszeit im laufenden Betrieb sowie die Bereitschaft, in bestehende Gebäudestrukturen zu integrieren statt eine Greenfield-Lösung zu fordern. Nicht der Einzelpreis war ausschlaggebend, sondern die Summe aller Faktoren. Mehr dazu,
welche Kosten im laufenden Betrieb einer Förderanlage tatsächlich entstehen, finden Sie in
Kosten für den laufenden Betrieb – Wartungskosten & Servicepakete.
Die Entscheidung war also gefallen — aber wie bewährt sich eine solche Partnerwahl dann im Alltag über fast zwei Jahrzehnte?
Wie bewährt sich die Partnerschaft im Alltag —
besonders bei Störungen?
Die echte Qualität einer Fördertechnik-Partnerschaft zeigt sich nicht bei der Inbetriebnahme, sondern im laufenden Betrieb —
und vor allem bei Störungen. Genau hier sieht LIMMERT einen der stärksten Differenzierungspunkte.
„Am Abend haben wir telefoniert und am nächsten Morgen war gleich ein Techniker vor Ort", beschreibt Stabauer eine konkrete Situation. In einem Umfeld, in dem jeder Stillstandstag den Betrieb gefährdet, ist Reaktionsgeschwindigkeit kein Nice-to-have, sondern
ein harter Entscheidungsfaktor. Warum Förderanlagen überhaupt ausfallen und welche Präventionsmaßnahmen
die Verfügbarkeit erhöhen, erläutert Warum Förderanlagen ausfallen – Ursachen erkennen, Stillstände reduzieren im Detail.
Über 17 Jahre Partnerschaft hat sich diese Reaktionsfähigkeit als verlässlich erwiesen.
Stabauer beschreibt KLATT als „strategischen Sicherheitsanker" — einen Partner, auf den man sich verlassen kann,
wenn es darauf ankommt. Das betrifft nicht nur den Notfall, sondern auch die pragmatische Lösung bei Themen wie Ersatzteilversorgung. Bei Abkündigungen von Komponenten — ein normaler Vorgang über einen Zeitraum von fast zwei Jahrzehnten —
wurden flexible Lösungen gefunden, teilweise auf Eigeninitiative des Kunden, teilweise gemeinsam.
Der Charakter der Zusammenarbeit geht über eine klassische Kunden-Lieferanten-Beziehung hinaus. „Das ist weniger Kunde-Lieferant, sondern Partnerschaft", bringt es Stabauer auf den Punkt.
In der Praxis bedeutet das: kurze Wege, schnelle Entscheidungen und ein gemeinsames Interesse an der Funktionsfähigkeit der Anlage — nicht nur am nächsten Auftrag.
Allerdings verlief auch bei LIMMERT in einzelnen Projekten nicht alles reibungslos.
Eine Partnerschaft, die 17 Jahre hält, muss auch zeigen, wie sie mit Problemen umgeht.
Was nicht auf Anhieb perfekt lief —
und wie es gelöst wurde
In einer 17-jährigen Zusammenarbeit gibt es Phasen, in denen nicht alles rund läuft — entscheidend ist, wie damit umgegangen wird.
Bei LIMMERT betraf das die Montagequalität in einzelnen Projekten.
In den ersten Jahren hatte KLATT eine eigene, feste Montagecrew im Einsatz.
Die Identifikation mit dem Projekt war hoch, die optische Qualität der Ausführung ebenfalls — Kabel sauber verlegt, Sensorhalterungen ordentlich montiert, das Gesamtbild stimmig. „Die gleichbleibende Qualität, die gleichbleibende Mannschaft — das ist schon wichtig",
beschreibt Stabauer die Erwartungshaltung.
In späteren Projekten kamen zeitweise externe Montagepartner zum Einsatz, und der Qualitätseindruck veränderte sich.
Höherer Abstimmungsaufwand und weniger Detailsorgfalt bei der optischen Ausführung waren die Folge. „Es funktioniert alles —
aber es macht einen Unterschied, ob Kabel sauber im Kanal sind oder irgendwo hängen", fasst Stabauer zusammen.
Die Funktionalität der Anlage war dabei nie gefährdet — technisch hat alles zuverlässig gearbeitet.
Aber die Wahrnehmung von Qualität wird eben nicht nur an der Funktion gemessen, sondern auch an der Sorgfalt im Detail.
Entscheidend war, dass diese Punkte offen angesprochen und konsequent nachgebessert wurden. LIMMERT hat die Themen adressiert,
KLATT hat darauf reagiert — und die beanstandeten Ausführungen wurden zur vollen Zufriedenheit korrigiert.
Genau das unterscheidet eine echte Partnerschaft von einem reinen Lieferantenverhältnis: Nicht, dass nie etwas schiefgeht,
sondern dass es einen klaren Prozess gibt, um Probleme zu erkennen, anzusprechen und zu lösen.
Für Ihre eigene Anbieterauswahl ist dieser Punkt relevant. Fragen Sie nicht nur nach der Technik, sondern auch nach dem Montageteam und dem Reklamationsprozess:
Wer baut die Anlage auf?
Wie wird Ausführungsqualität sichergestellt?
Und wie reagiert der Anbieter, wenn etwas nicht dem vereinbarten Standard entspricht?
Wann ist dieser Ansatz nicht der richtige?
Nicht jedes Fördertechnik-Projekt erfordert den konzeptionellen Aufwand, den KLATT in die Zusammenarbeit mit LIMMERT investiert hat.
Das ist wichtig zu verstehen, denn der Ansatz — tiefes Prozessverständnis, Integration in gewachsene Strukturen,
langfristige Partnerschaft — bringt einen entsprechenden Aufwand in der Projektanbahnung mit sich.
Wenn Ihr Projekt eine standardisierte Förderstrecke ohne Bestandsintegration erfordert — zum Beispiel eine einfache Punkt-zu-Punkt-Verbindung in einem Neubau — dann ist der konzeptionelle Vorarbeit-Ansatz möglicherweise mehr als Sie brauchen.
In solchen Fällen kann ein Anbieter, der auf standardisierte Lösungen spezialisiert ist, schneller und kostengünstiger liefern.
Der Ansatz, wie ihn LIMMERT erlebt hat, macht vor allem dann Sinn, wenn mehrere dieser Faktoren zusammenkommen:
komplexe Gebäudestrukturen, kritische Verfügbarkeitsanforderungen, Integration in bestehende Prozesse und
der Wunsch nach einer langfristigen Partnerschaft statt einer einmaligen Lieferbeziehung.
Wer diese Anforderungen nicht hat, zahlt unter Umständen für eine Tiefe, die für das eigene Projekt keinen Mehrwert bringt.
Was das für Ihre Anbieterentscheidung bedeutet
Jetzt kennen Sie die Entscheidungslogik eines Unternehmens, das seit 2008 mit demselben Fördertechnik-Partner arbeitet —
inklusive der Stärken und der Situationen, in denen nachgebessert werden musste.
Das Muster ist klar: Bei kritischer Fördertechnik entscheidet nicht der Preis, sondern das Vertrauen in die langfristige Leistungsfähigkeit des Partners und seine Fähigkeit, auch auf Probleme konstruktiv zu reagieren.
Viele Unsicherheiten entstehen in der Praxis, weil Anbieter zwar technisch überzeugen, aber in der langfristigen Zusammenarbeit nicht das halten, was das Erstangebot verspricht — sei es bei der Reaktionszeit im Störfall, bei der Ausführungsqualität oder bei der Bereitschaft, Bestandsstrukturen ernst zu nehmen statt Standardlösungen durchzusetzen.
Der Fall LIMMERT zeigt: Entscheidend ist nicht, dass nie etwas schiefgeht —
sondern dass es einen funktionierenden Prozess gibt, um Themen offen zu klären und verlässlich zu lösen.
Im nächsten Schritt sollten Sie für Ihre eigene Situation prüfen, welche Kriterien tatsächlich über den Projekterfolg entscheiden:
Versteht der Anbieter Ihre Prozesse oder bietet er eine Standardlösung an?
Wie reagiert er, wenn die Anlage am Abend steht und morgen früh weiterlaufen muss?
Wie wird damit umgegangen, wenn etwas nicht dem vereinbarten Standard entspricht?
Und passt die Tiefe des Ansatzes zu der Komplexität Ihres Projekts?
Als Hersteller unterstützen wir Sie dabei, diese Fragen für Ihr konkretes Projekt zu klären —
nicht um zu verkaufen, sondern um gemeinsam zu verstehen, was Ihre Anforderung tatsächlich benötigt.